Humänner waren kurz vor dem Coup

13. Januar 2016

1703
VC Bitterfeld-Wolfen – VV Humann 3:1

Sätze: 20:25, 25:22, 28:26, 25:16.
Humann: Lau. Hußmann, Gawryluk, Wojtczak, B. Ketelsen, T. Ketelsen, Wiesche, Lu. Hußmann, Holthausen, Meyer. Gesamtbälle: 98:89. Spieldauer: 110 Minuten. Zuschauer: 265.

Um ein Haar hätten die Zweitliga-Volleyballer des VV Humann im Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten VC Bitterfeld-Wolfen für einen weiteren Coup gesorgt. Doch am Ende mussten sich die Essener dem Titelkandidaten mit 1:3 geschlagen geben. „Gut gespielt und doch verloren“, bilanzierte VVH-Trainer Jens Bräkling, der seinem jungen Team durchweg gute Noten gab.

Als Überraschungsvierter waren die Humänner zu ihrem ersten Spiel des Jahres nach Bitterfeld-Wolfen gereist, und fast wären sie sogar als Dritter zurückgekehrt. „Wir waren in den ersten drei Sätzen wirklich nah dran“, sinnierte Bräkling.

Nach gewonnenem ersten Satz lagen die Essener auch im zweiten Durchgang immer wieder vorne. Doch ein, zwei Aufschlagfehler hier und die ein oder andere Flüchtigkeit dort sorgten dafür, dass Bitterfeld das Blatt noch wendete und sich den Abschnitt schnappte. Auch im dritten Satz hatte Humann seine Chance, führte zwischenzeitlich sogar recht klar, doch wieder kamen die Gastgeber auf, ehe sich beim Stand von 24:23 für den VVH die vermeintliche Schlüsselszene ereignete.

Ein Ball der Bitterfelder landete sowohl für Humann als auch für die Gastgeber klar ersichtlich im Aus, sodass die Essener den Satz bereits als gewonnen betrachteten. Doch die Schiedsrichter sahen das anders. „Wir waren baff und geschockt“, kommentierte Bräkling, und selbst die Gastgeber schreiben auf ihrer Website, dass die Entscheidung der Unparteiischen „offensichtlich falsch“ war.

Mit einer 2:1-Satzführung hätte Humann bereits einen Punkt gesichert und sogar die Aussicht auf einen klaren Erfolg besessen, für den es alle drei zu vergebenen Zähler gibt. Doch mit der verpassten Chance kam ein Bruch ins Spiel der Essener, die den dritten Durchgang mit 26:28 abgaben und im vierten Abschnitt dann nicht mehr an ihre starke Leistung anknüpfen konnten.

Trotz der letztlich unglücklichen Niederlage zog Jens Bräkling ein positives Fazit. „Wir haben uns mehr als achtbar geschlagen und gegen eine Spitzenmannschaft sehr, sehr gut mitgehalten. Dass wir nach dem nicht gewonnenen dritten Satz dann eingebrochen sind, ist in großen Teilen unserer Unerfahrenheit und des jungen Durchschnittsalters der Mannschaft geschuldet. Doch wenn wir aus der Begegnung die richtigen Lehren und Schlüsse ziehen, wird uns die Partie ein gutes Stück weiterbringen“, so der Trainer, der sein Team nun auf die kommende Aufgabe vorbereitet.

Denn schon am Samstag (19.30 Uhr, Wolfskuhle) steht für die jetzt fünftplatzierten Humänner mit dem Heimspiel gegen den neuen Tabellenvierten aus Schüttorf die nächste schwere Aufgabe an.

derwesten.de – Christian Schwarz