Einen in jeder Hinsicht gebrauchten Tag erwischte der VV Humann Essen in Neustrelitz. Das auch in der Höhe verdiente 0:3 beim PSV beendet nicht nur die fulminante Serie von zwölf Siegen in Folge. Es wird zusätzlich getrübt durch einen weiteren, verletzungsbedingten Ausfall auf der Außen-Position. Essen bleibt jedoch auf Play-Off-Platz-Kurs in der zweiten Volleyball Bundesliga Nord..
Vor etwa 400 begeisterten Zuschauern zeigten sich die Gastgeber vom ersten Ballwechsel an taktisch clever am Netz. Linkshänder Johannes Mönnich punktete wiederholt zum 6:11. Mit dem 16jährigen Moritz Kern am Aufschlag gelang Humann nach einer Auszeit kurzzeitig der 10:11-Anschluss. Während der PSV konsequent seine Angriffschancen nutze, scheiterte der VVH entweder am Block oder vergab durch ins Aus geschlagene Bälle selbst. Das 18:25 war nicht nur dem Ergebnis nach eindeutig.
Mit unveränderter Aufstellung hatte Humann im zweiten Durchgang anfangs gute Phasen. Moritz Finke per Ass, der sprunggewaltige Luc Lüftner sowie Fynn Bach mit Zuspieler-Trick und Ass hielten die Gäste bis zum 7:7 im Spiel. Die vielschichtigen Defizite setzten sich aber fort (7:11). Zwei Asse von Lukas Prions und Simon Schröder über die Mitte ließen beim 12:15 nur kurz Hoffnung aufkommen, denn auch durch fünf Spielerwechsel wurden die Essener Abstimmungsprobleme nicht behoben. Erneut führte Mönnich sein an diesem Abend überragendes Team zum 16:25.
Direkt zu Beginn des dritten Satzes wurde der VVH in seinen Ambitionen zur Wende gestoppt. Hauptangreifer Prions schied beim 2:3 verletzt aus. Da Essen ohnehin auf die beiden Außen Jonah Juditzki und Massimo Ostuzzi verzichten musste, war Improvisation gefragt. Diagonal Chris Schäperklaus rückte mit in die Annahme. Zwei direkte Punkte von Niklas Bach, der seinen Bruder mittlerweile abgelöst hatte, und ein Block von Schäperklaus brachten das 11:11. Die sehr gut aufgelegten Gastgeber legten zu, während bei Humann der Faden durch zahllose Eigenfehler gänzlich riss. Auch das zweite 16:25 entsprach dem Leistungsunterschied.
PSV-Zuspieler Fiete Kramer wurde mit der Gold-MVP ausgezeichnet, Silber ging an VVH-Kapitän und Libero Tim Dißmann. Essen hat bereits in einer Woche gegen SV Lindow-Gransee Gelegenheit zu zeigen, dass das glatte 0:3 ein Ausrutscher war. Trainer Christoph Bieleck sieht das genauso: „Wir haben zu keiner Zeit ins Spiel gefunden. Zu viele Eigenfehler und zu wenig Lösungen im Angriff gegen gut eingestellte Neustrelitzer, die an dem Abend einfach besser waren. Im dritten Satz haben wir uns nochmal dagegen gestemmt. Ohne Lukas war es dann natürlich noch schwerer. Jetzt gilt der Fokus auf Lindow. Wir wollen eine neue Serie starten. Egal in welcher Aufstellung.“