Weniger als zehn Stunden nach der Rückkehr vom Zweitliga-Spiel in Kiel (2:3) standen die Volleyballer des VV Humann Essen im zoi DVV-Pokal erneut auf dem Feld. Wie schon im Vorjahr gelang durch ein eindrucksvolles 3:1 gegen FC Schüttorf 09 der Einzug ins Achtelfinale auf Bundesebene. Hier ist am Samstag, 07. November um 19:30 Uhr Erstligist Volley Goats Mitteldeutschland zu Gast in der Wolfskuhle.
Ohne die beiden brasilianischen Mittelblocker Victor Augusto Anders Lupp Pereira und Joao Vitor Meirelles musste Schüttorfs Trainer Daniel Gorski improvisieren. Der erfahrene Felix Orthmann rückte von der Diagonal-Position in die Mitte. Auch Humann rotierte. Zuspieler Kylian Wenke (18 Jahre) und Außen Henry Gerding (20) bewiesen nachhaltig, wie tief der Kader besetzt ist. Bereits der erste Ballwechsel des Spiels, der allein das Eintrittsgeld wert war, deutete einen spektakulären Spielverlauf an. Besonders über Moritz Finke und Jonah Juditzki erspielten die Gastgeber ein 18:14, das nur beim 21:20 kurz in Gefahr geriet. Aus der folgenden Auszeit kam der VVH sehr sortiert zurück und gewann 25:22.
Im zweiten Abschnitt drehte der VVH richtig auf. Zuerst setzte Simon Schröder Akzente zum 4:2 und 5:2. Danach ermöglichten starke Annahmen von Libero Patrick Espelage fulminante Angriffs-Aktionen. Dank überragender Teamleistung dominierte Essen zum 20:10. Vom Aufschlag bis zum Abschluss funktionierte alles. Die Zuschauer waren beim 25:18 begeistert.
Schüttorf probierte in Satz drei eine weitere Variante. Lennart Fuchs übernahm das Zuspiel, Marcin Kapusniak besetzte Annahme/Außen. Nach dem 7:4 trug das beim 11:15 Früchte. Essen hielt seinerseits mit Spielerwechseln dagegen und verkürzte auf 19:20. Die Gäste hatten aber ihren Rhythmus gefunden und ließen bis zum 20:25 nichts mehr anbrennen.
Der vierte Durchgang war eine bemerkenswerte Demonstration Essener Teamgeists. Jonas Espelage, gerade erst hereingekommen, lieferte nicht nur vier Punkte zum 6:2, sondern auch danach. Genau wie zuvor Luc Lüftner überzeugte der achtzehnjährige Niclas Dalquen auf Diagonal. Die zur Belastungssteuerung lange geschonten Fynn Bach und Lukas Prions übernahmen nahtlos und boten zusätzliche Varianten aus dem Hinterfeld. Spätestens beim 19:10 tobte die Halle. Dem eingewechselten Arne Redder war es vorbehalten, die Bälle zum 22:12 und zum 25:17 zu verwandeln. Auch das war ein Ausdruck des Teamspirits.
Trainer Christoph Bielecki lobt seine Mannschaft: „Gegen Schüttorf haben wir von Anfang an mit der richtigen Einstellung gespielt. Wir haben im Aufschlag jede Menge Druck erzeugt, um jeden Ball gekämpft und clevere Entscheidungen getroffen. Außerdem haben wir gezeigt, was Teamsport ist. Jeder hat jeden unterstützt. Die Jungs haben sich gegenseitig gepusht. Nahezu alle Wechsel haben funktioniert. Ich bin wahnsinnig stolz. Vor allem, wie gut unsere ganz jungen Burschen das gemacht haben. Damit ist ein Saisonziel erreicht, und wir haben wieder einen Erstligisten in Essen zu Besuch. Das zwei Jahre hintereinander zu schaffen, ist ein wahnsinnig gutes Gefühl, genau zur richtigen Zeit. Und das alles nach dem Abend vorher ist noch beeindruckender.“