Eine außergewöhnliche Saison hat für die Zweitliga-Volleyballer des VV Humann Essen in Rottenburg am Neckar ein ehrenvolles Ende gefunden. Im Viertelfinale der Playoffs zur ersten Bundesliga musste Humann nach dem 0:3 im Hinspiel auch beim 1:3 (19:25, 20:25, 25:23, 25:27) im Rückspiel die Überlegenheit des TVR anerkennen. Doch der VVH kann voller Stolz auf eine wunderbare Reise durch eine überragende Spielzeit 2025/2026 zurückblicken.
Der Saison-Auftakt im September verlief für den Abstiegskandidaten der vergangenen Jahre holprig. Das 0:3 gegen den späteren Meister Schüttorf war erwartbar, doch schon beim 0:3 in Aligse eine Woche später kamen im Ruhrgebiet Zweifel auf, ob die Mannschaft dem Ziel frühzeitiger Klassenerhalt gewachsen ist. Es folgten atemberaubende sechs Monate, in denen das junge VVH-Team zum Playoff-Kandidaten reifte.
Zwölf Siege in Serie, darunter ein 3:1 gegen Vizemeister Mondorf und das 3:2 in Schüttorf nach 0:2-Rückstand katapultierten Essen auf Platz drei der zweiten Bundesliga Nord. Auch das 0:3 in Neustrelitz brachte die mittlerweile abgeklärten Humänner nicht aus der Spur. Vielmehr schloss der VVH die Hauptrunde mit 46 Punkten bzw. 16 Siegen aus 22 Spielen als ungefährdeter Dritter ab. Das ist für den Verein die beste Platzierung seit 21 Jahren. Der Lohn war die Teilnahme an den erstmals ausgespielten Finalrunde zwischen Nord und Süd. Hier zeigte sich, dass der favorisierte TVR in seiner Entwicklung weiter ist als der VVH, der in sieben Playoff-Sätzen immerhin fünfmal zwanzig oder mehr Ballpunkte erzielte.
Ganz nebenbei setzte Humann sich parallel im WVV-Pokalfinale 3:1 gegen Mondorf durch, um anschließend wiederum in Schüttorf mit 3:1 die Qualifikation für das Achtelfinale im Zoi DVV-Pokal zu schaffen. Dort war Erstligist FT 1844 Freiburg nach begeisterndem Auftritt denkbar knapp mit 2:3 Endstation. Diese Partie gehörte genauso wie das Playoff-Heimspiel und die Lokalderbys gegen Bocholt und Moers zu den stimmungsvollsten Highlights in der Festung Wolfskuhle.
Dass die Mannschaft im Kern fast drei Jahre zusammenspielt und zusammenhält, ist ein wesentlicher Faktor. Unter dem akribisch arbeitenden Trainer Christoph Bielecki, assistiert von Steffen Skreba, Jannik Tertünte und Tim Bockelkamp ist die nächste Leistungsstufe erreicht worden. Fynn Bach (Zuspiel), Tim Dißmann (Libero), Luc Lüftner (Diagonal) und Lukas Prions (Außen) gehören auf ihren Positionen zu den Besten der zweiten Liga. Obwohl jeder Spieler im Vierzehner-Kader schon heute hohe Zweitliga-Anforderungen erfüllt, besteht viel Potenzial nach oben. Es gilt, genau dieses in der kommenden Saison weiter zu heben, um erneut die Top Four anzugreifen. Außer Zuspieler Niklas Bach, der sich aus beruflichen Gründen verabschiedet, wird es Stand heute keine Abgänge geben. Mit Kylian Wenke von den Volley YoungStars Friedrichshafen (Zuspieler, 17 Jahre) und dem Nachwuchs aus der eigenen U20 stehen die nächsten Talente zur Verstärkung bereit. Auch Teammanagerin Birte Skreba und Physio Christian Zimpel, die beide riesigen Anteil am Erfolg haben, bleiben dem Verein erhalten.