Zum Hauptrundenabschluss der zweiten Bundesliga Nord erlebten mehr als 450 Volleyball-Fans, darunter 50 vom Niederrhein, in der Wolfskuhle ein mitreißendes Lokalderby. Der VV Humann Essen war noch nicht in Top-Form für die in einer Woche beginnenden Playoffs und unterlag dem sehr starken Moerser SC, der sportlich bereits abgestiegen war, verdient 2:3.
Die Gäste starteten mit druckvollen, variablen Angriffen. Für Humann hielten Diagonal Luc Lüftner offensiv und Libero Patrick Espelage defensiv bis zum 15:14 dagegen. MSC-Routinier Tim Broshog über die Mitte und Zuspieler Nico Haug per Ass drehten auf 15:18. Da sich die Essener Fehler inklusive sechs vergebener Aufschläge häuften, hieß es 23:25.
Im zweiten Abschnitt präsentierte sich der VVH deutlich aggressiver. Blocks gegen den wechselhaften Jakub Petras und Hinterfeld-Angriffe durch Lukas Prions begeisterten das lautstarke Publikum. Die gesamte Humann-Abwehr kämpfte dank famoser Team-Leistung fabelhaft (14:6). Spätestens mit dem Ass durch Arne Redder zum 16:8 war das klare 25:15 eingetütet.
Auch den dritten Durchgang dominierte der VVH. Außen Jonah Juditzki und Zuspieler Niklas Bach, der als Silber-MVP ausgezeichnet wurde, bewiesen trickreich viel Übersicht. Zu den Highlights zählten die Lüftner-Punkte zum 10:7 und 11:7 per Ass und Long Line Schlag. Auch Prions brillierte in dieser Phase (21:13). Mittelblocker Simon Schröder verwandelte bei seinem Kurzeinsatz nach langer Verletzungspause zum 25:18.
Nach dem 1:0-Breakpunkt fand Essen im vierten Satz keine Lösung bei Aufschlag Tim Ihde. Schnell stand ein 2:9 auf der Anzeigentafel. Fynn Bach ersetzte seinen Bruder, Moritz Finke rettete, und Lüftner verkürzte auf 9:12. Prions im Duett mit F. Bach ließ den Rückstand auf 17:19 schmelzen. Das Ass von Enrico Scarpi zum 17:21 und der spektakuläre Ballwechsel zum 17:22 brachen jedoch den Humann-Widerstand (21:25).
Im Tie-Break sorgte der eingewechselte Jonas Espelage bei den wenigen Aktionen über die Mitte für den 2:1-Auftakt. Danach ging nix mehr bei den Gastgebern. Über 2:4, 5:9 und 8:13 holte Gold-MVP Scarpi das 8:15 quasi im Alleingang für die Gäste.
Dass der letztlich (mental) erschöpfte VVH nach neun erfolgreichen Heimspielen in Serie 2:3 gegen einen Moerser SC verlor, der gar nicht wie ein Absteiger auftrat, ist sicherlich kein Beinbruch. Trainer Christoph Bielecki: „Wir haben nicht bis zum Ende dran geglaubt und den Fokus verloren. Die Ausstrahlung war nicht die, die es heute gebraucht hätte. Da habe ich mir mehr gewünscht. Trotzdem war nicht alles schlecht. Ab sofort beginnt die Arbeit und die Vorbereitung auf Rottenburg. Es wird das Highlight, auf das wir die ganze Saison hingearbeitet haben. Wir als Team aber auch der Club. Es wird ein Spektakel gegen ein Team, das in die erste Bundesliga will. Die Vorzeichen sind klar. Nichts zu verlieren und volle Attacke.“