Gegen Tabellenführer USC Braunschweig zeigten sich die Volleyballer des VV Humann Essen zuhause zwar verbessert. Doch das Ergebnis war das gleiche wie zuletzt bei den MLK Volleys Köln. Ungeachtet des 1:3 bleiben für Essen die Playoff-Plätze in der zweiten Bundesliga Nord in Reichweite.
Im Vergleich zum ersten Heimspiel vor zwei Wochen war die Aufstellung des VVH krass verändert. Nach den Ausfällen von Tim Dißmann, Kaspar Gröger, Jonah Juditzki und über weite Strecken Simon Schröder sahen die mehr als 300 Zuschauer fünf Akteure am Start, die zuletzt weniger Spielanteile erhalten hatten. Jonas Espelage, Patrick Espelage, Moritz Finke, Henry Gerding und Kylian Wenke legten gemeinsam mit den etablierten Luc Lüftner und Lukas Prions beeindruckend los. Über 8:7 und 16:10 hieß es 25:14, wobei Humann mit starker Block-/Feldabwehr und drei Assen in Folge durch Lüftner die Akzente setzte.
Auch im zweiten Abschnitt blieb der VVH lange angriffs- und abwehrstark. Ab dem 15:10 hemmten wenige Aktionen den Spielfluss vorentscheidend. Zwei Annahmen touchierten die Decke (!), ein eigener technischer Fehler und ein Netzroller des USC führten zum 19:19. Davon erholte Humann sich nicht mehr und verlor 23:25.
Braunschweig legte in Satz drei vor allem kämpferisch und über erhöhten Aufschlagdruck zu. Essen bekam keinen Zugriff auf die Gäste-Defense (4:8, 14:19). Drei Spielerwechsel und zwei Auszeiten verhinderten nicht, dass der USC seinen Vorsprung stetig bis zum 17:25 ausbaute.
Im vierten Durchgang zeigte der VVH, jetzt mit Fynn Bach und Simon Schröder, bis zum 12:7 eine veränderte Körpersprache. Bereits das umstrittene 12:10 verunsicherte das junge Humann-Team aber, spätestens beim 14:16 war der Faden verloren. Dennoch fingen die Gastgeber sich wieder (16:16) und behaupteten nervenstark im Side Out die Ein-Punkte-Führung bis zum 24:23. Bei Satzball Essen landete das Spielgerät eindeutig im Braunschweiger Feld (siehe Video), doch statt des von allen erwarteten 25:23 lautete die Entscheidung 24:24. Das 24:26 und damit das 1:3 waren besiegelt.
Ein feines Gespür für die äußerst umstrittene Schluss-Sequenz bewies das stimmgewaltige Publikum. Trotz des unglücklichen Ausgangs verabschiedete es seine Mannschaft demonstrativ mit anhaltenden Standing Ovations.
Als Silber-MVP wurde Zuspieler Kylian Wenke vom VVH ausgezeichnet. Die Gold-Medaille ging an Außen Mika Püschmann, der bereits zum dritten Mal in der laufenden Saison die Ehrung für den USC in Empfang nahm.
Cheftrainer Christoph Bielecki haderte mit dem Ergebnis, auch wenn tags darauf durch ein 3:0 beim RC Sorpesee erneut der Einzug ins WVV-Pokalfinale gelang: „Wir haben im ersten Satz vermutlich den besten Volleyball der Saison gespielt. Leider konnten wir den Druck nicht über die gesamte Dauer aufrechterhalten. Braunschweig selbst hat ab Satz zwei deutlich zugelegt. In Satz vier waren wir wieder voll da. Der Pfiff zum eigentlichen Satzgewinn ist brutal. Die Jungs hätten einen Tiebreak verdient gehabt. Trotz allem hatten wir genug Chancen, um den Satz auch so zu gewinnen. Die Niederlage ist extrem bitter. Der Finaleinzug im Pokal ist immerhin ein kleiner Trost. Es geht jetzt darum, in der Liga wieder erfolgreich zu sein.“