Quasi spiegelverkehrt zum Auswärtsspiel vor einer Woche verlief für den VV Humann Essen das Heimspiel am Samstag. Vieles, das beim 0:3 in Neustrelitz überhaupt nicht funktionierte, klappte beim 3:0 (25:17, 25:18, 25:15) gegen den Tabellenfünften SV Lindow-Gransee beinahe optimal. Der Vorsprung auf den ersten Nicht-Play-Off-Platz in der zweiten Volleyball Bundesliga Nord beträgt nun elf Zähler.
Wegen Verzögerungen bei der Anreise des SVL mit der Bahn begann die Partie vor voll besetzter Tribüne in der Wolfskuhle mit 30 Minuten Verspätung. Physio Christian Zimpel hatte unter der Woche ganze Arbeit geleistet, so dass Essen überraschend den kompletten Kader zur Verfügung hatte.
Der VVH legte mit voller Energie los. Zuspieler Fynn Bach per Block und zweimal Lukas Prions setzten schnell das erste Statement zum 3:0. Auch der nach Verletzung zurückgekehrte Außen Jonah Juditzki sowie Diagonal Luc Lüftner waren hellwach und erhöhten über 9:4 auf 13:5. In der Mitte hatten Jonas Espelage und Simon Schröder ihren Anteil daran, dass Charlie Peters auf Seiten des SVL nicht wie gewohnt zur Entfaltung kam. Einige Dreierblocks prägten den ersten Satz, der von beiden Teams sehr kampfstark absolviert wurde.
Im zweiten Durchgang setze sich die Dominanz der Gastgeber am Netz fort. Die wenigen Angriffe, die der überragende Block durchließ, wurden von Libero Tim Dißmann spektakulär abgewehrt. Bis zum 13:11 hielt Lindow mit, auch weil sich Silber-MVP Pascal Haase in der Libero-Rolle gegen die VVH-Offensive stemmte. Weitere Rettungstaten, unter anderem in der Kooperation Bach/Espelage, sowie die Athletik von Lüftner und Prions im Angriff sorgten spätestens ab dem 16:12 für klare Verhältnisse.
Lediglich zu Beginn des dritten Satzes fanden die Gäste kurzzeitig Lücken in der Essener Verteidigung, die während des gesamten Spiels keinen Ball verlorengab. Ab dem 11:11 rollte der Humann-Express dann ungehindert. Juditzki und immer wieder Lüftner verwandelten die exzellenten Zuspiele von Bach. Für diese Entlastung war der angeschlagene Hauptangreifer Prions sicher ganz dankbar. Der unverändert hoch konzentriert agierende Block, angeführt von Gold-MVP Schröder, machte den Deckel drauf.
Für VVH Essen war das 3:0 auch wegen seiner Klarheit total wichtig. Die Mannschaft hat mit ihrem eindrucksvollen Auftritt die Qualitäten eines Spitzenteams bewiesen, das sich durch Rückschläge wie in Neustrelitz nicht aufhalten lässt. Trainer Christoph Bieleck: „Wir haben unter der Woche viel an Lösungen im Angriff gearbeitet und diese immer wieder aufs Feld gebracht. Dadurch waren wir sehr variabel. Das macht mich glücklich. Die gesamte Reaktion auf das Spiel letzte Woche war klasse. In Block Abwehr haben wir so gut gespielt wie lange nicht. Dazu sind wir die kompletten drei Sätze auf dem Gas geblieben und haben verdient deutlich gewonnen. Und nicht zu vergessen: unsere Fans waren fantastisch.“