Zur erwartet kniffligen Aufgabe wurde für den VV Humann Essen der Jahres-Auftakt in der zweiten Volleyball Bundesliga Nord. Bei den MLK Volleys Köln gab es einen glatten, aber glanzlosen 3:0-Sieg, der den dritten Tabellenplatz festigt. Der Abstand zum ersten Nicht-Play-Off-Platz vergrößert sich auf zehn Zähler.
Gegen die dynamische Offensive der Gastgeber hatte Humann einen holprigen Start inklusive Eigenfehlern (3:7). Der MLK-Block zwang den VVH immer wieder zu harmlosen Lobs statt aggressiven Schmetterbällen. Erst beim 10:16 wachte Essen über den Kampf auf. Lukas Prions und Luc Lüftner sowie ein Ass von Simon Schröder glichen zum 17:17 aus. Zwei Punkte von Jonas Espelage über die Mitte, ein Ass von Fynn Bach sowie die Abwehr-Arbeit von Jonah Juditzki und Libero Patrick Espelage sorgten für das vorentscheidende 24:21 auf dem Weg zum 25:23.
Humann wirkte auch im zweiten Durchgang bis zum 9:9 teilweise konfus, während Köln unverändert stark im Block agierte und den Aufschlagdruck erhöhte. VVH-Zuspieler Bach gab dem Spiel wieder Struktur, die gesamte Mannschaft besann sich auf ihre Fighting-Qualitäten. Der Komfort der zwischenzeitlichen 19:15-Führung war aber durch den unermüdlichen Kölner Einsatz, angetrieben von Libero und Silber-MVP Tim Burwitz, spätestens beim 21:21 dahin. Schröder verwandelte energisch zum 23:22. Essen behielt auch dank der Unterstützung seiner mitgereisten Fans beim letzten, sehr langen Ballwechsel des Satzes die Übersicht und gewann 25:23.
Nachdem J. Espelage in Satz drei per Ass auf 2:3 verkürzt hatte, folgte eine Schrecksekunde. Juditzki schied mit Knieverletzung aus. Sein Ersatz, der 16jährige (!) Moritz Kern, führte sich sofort mit einem Punktgewinn ein. Auch der eingewechselte Moritz Finke war direkt über die Mitte erfolgreich. Obwohl Kapitän Tim Dißmann mittlerweile die Annahme wieder stabilisiert hatte, tat Essen sich bis zum 13:13 schwer. Mit voller Konzentration dominierte Humann allerdings die zweite Satzhälfte. Bach setzte Gold-MVP Prions über die Pipe sowie Schröder und Lüftner variabel in Szene (17:14). Die Mittelblocker Arne Redder und Finke zweimal erhöhten auf 21:15, bevor der dritte Matchball die Partie mit 25:20 beendete.
Auch wenn der 3:0-Arbeitssieg gegen sich tapfer wehrende Kölner nicht voll überzeugte, bleibt unter dem Strich, dass der VV Humann Essen in kritischen Situationen immer Lösungen fand, um den inzwischen elften Erfolg in Serie zu sichern. Trainer Christoph Bielecki: „Wir wussten vor dem Spiel, dass es nicht einfach wie in 2025 weitergeht. Den Flow müssen wir uns wieder erarbeiten. Wir haben sehr viele unnötige Fehler gemacht und teilweise etwas zu kompliziert gespielt. Am Ende haben wir die Sätze aber zu gemacht, drei Punkte geholt und die Serie ausgebaut. Nach der ersten medizinischen Untersuchung können wir bei Jonah leichte Entwarnung geben. Wie schlimm es ist, werden wir in den kommenden Tagen wissen. Moritz [Kern] hat es in seinem ersten längeren Einsatz fantastisch gemacht. Das zeichnet unseren Club aus.“