Einen leichten Dämpfer mussten die Volleyballer des VV Humann Essen am dritten Spieltag in der zweiten Bundesliga Nord hinnehmen. Bei den bis dahin sieglosen MLK Volleys Köln gab es in der Ausweichhalle an der Zusestraße nach umkämpften Verlauf mit 1:3 die erste Saison-Niederlage.
Ohne den verletzten Libero und Kapitän Tim Dißmann sowie ohne Simon Schröder (erkrankt) fehlten dem VVH etliche Jahre Erfahrung auf dem Feld. Dennoch lagen die Gäste auch dank einiger Asse 8:3 und 15:7 vorn. Köln holte zum 16:13 auf, weil Essen in der Annahme und im Passspiel nicht optimal agierte. Obwohl Humann den Drei-Punkte-Vorsprung bis zum 23:20 hielt, reichte es nicht. Die kampfstarken MLK Volleys sicherten in der Crunchtime clever mit 28:30 den Satzgewinn.
Davon unbeeindruckt legte der VVH im zweiten Abschnitt furios 8:2 los, um erneut beim 8:6 und 12:10 unter Druck zu geraten. Diesmal zogen die Gäste jedoch in der zweiten Satzhälfte ihr Spiel unbeirrt mit kontrollierten Angriffs- und Blockaktionen durch. Über 15:10 und 20:13 wurde das 25:18 erzielt, obwohl bei vier Spielerwechseln die Abläufe ständig angepasst werden mussten.
Der dritte Satz war geprägt von hervorragenden Abwehrleistungen auf beiden Seiten, verbunden mit langen, unterhaltsamen Ballwechseln. Keinem Team gelang es, mehr als drei Zähler vorzulegen. Essen fehlte durch erneute Rotation in der Aufstellung zeitweise die Stabilität, während Köln routiniert seine Chance über die einstudierten Spielzüge suchte. Nach 19:19 hieß es plötzlich 21:24 und 23:25 für die MLK Volleys.
Im vierten Durchgang variierte der VVH sein Angriffsspiel zunächst erfolgreich über alle Positionen. Wieder kippte der 8:5-Vorsprung bei wackeliger Annahme zum 8:9. Als Köln dann zwei Netzroller-Asse in Folge produzierte, war beim 10:14 mentale Stärke gefordert. Humann raffte sich zwar zum 15:16 und sogar 22:22 auf, doch die Volleys hatten in der entscheidenden Phase das bessere Ende für sich (22:25).
Als Silber-MVP wurde Luc Lüftner ausgezeichnet. Beim Gastgeber ging die Gold-Medaille an Zuspieler Niklas Bach, der gegen seine langjährigen Kollegen vom VVH voll überzeugte.
Chefcoach Christoph Bielecki ist wegen des erfolglosen Auftritts in Köln ziemlich frustriert, auch wenn sich der VV Humann tags darauf beim Regionalligisten DJK Delbrück mit 3:0 im Schnelldurchgang für das WVV-Pokalhalbfinale qualifizierte. „Am Samstag hatten wir in der Annahme das ganze Spiel über Probleme. Dadurch war unser Spielaufbau sehr wild und nicht strukturiert. Trotz allem lagen wir häufig genug vorn, haben es aber nicht geschafft, diese Führungen zu Ende zu spielen. Durch viele einfache Eigenfehler haben wir den Gegner immer wieder ins Spiel kommen lassen. Satz eins dürfen wir unter keinen Umständen verlieren. Immerhin haben wir am Sonntag eine entsprechende Reaktion gezeigt.“