Trotz des eindeutigen Ergebnisses bot die Partie VV Humann Essen gegen die TERRA Tebu Volleys großartige Unterhaltung. Bei der Heimpremiere in der noch jungen Zweitliga-Saison 2026/27 zeigten die Gastgeber in zwei klar dominierten Sätzen ihre gesamte Dynamik und im mittleren Satz ihre Comeback-Qualitäten. Das abwechslungsreiche 3:0 begeisterte das Publikum in der gut gefüllten Wolfskuhle.
Bei Essen stand Patrick Espelage für den verletzten Libero und Kapitän Tim Dißmann auf dem Feld. Ansonsten begann der VVH mit der Formation, die zuletzt 3:1 in Hamburg gewonnen hatte. Schnell hieß es 8:2, auch weil Kaspar Gröger wiederholt über die Mitte verwandelte. Bis zum 14:12 bekam Tebu über seinen Block besseren Zugriff aufs Spiel. Doch Grögers Aufschläge und die präzisen Zuspiele von Fynn Bach ermöglichten herausragende Aktionen. Luc Lüftner (Diagonal) und Lukas Prions (Außen) sorgten mit ihrer Angriffswucht für die imposante Serie vom 16:13 zum 25:13.
In Satz zwei erhöhte Tebu deutlich seinen Aufschlagdruck. Nach dem 3:5 schien Humann bei Service Prions jedoch mit 9:5 die Kontrolle wiederzuerlangen. Die Gäste ließen sich nicht beirren, glichen aus (11:11) und lagen taktisch variabel ihrerseits sogar 17:19 vorn. Obwohl Mittelblocker Simon Schröder zweimal verwandelte und Essen von Tebu-Fehlern zum 21:20 profitierte, hatten die Tecklenburger beim 24:25 Satzball. Wie so oft behielt das junge VVH-Team in der Dramatik kühlen Kopf und drehte den Satz zum 27:25.
Den dritten Abschnitt eröffnete Jonah Juditzki brillant zum 5:2. Als Humann spektakulär zum 10:5 abwehrte und Lüftner per Ass zum 12:6 verwandelte, gab es kein Halten mehr. Die Halle tobte. Auch die nun eingewechselten Nachwuchsspieler Niclas Dalquen, Henry Gerding und Kylian Wenke hatten ihren Anteil an der souveränen Essener Gesamtleistung. Der Vorsprung wurde kontinuierlich ausgebaut. Das Highlight der unterhaltsamen Begegnung hatte die Regie sich für den langen Ballwechsel zum 24:11 aufgehoben, bevor das 25:12 überdeutlich Satz und Spiel beendete.
Als Silber-MVP wurde Thomas Klein bei den Tebu Volleys ausgezeichnet, beim ausgeglichen besetzen Gastgeber ging die Gold-Medaille an Luc Lüftner.
Chefcoach Christoph Bielecki sah einen „starken Auftritt“ seiner Mannschaft. Entsprechend fiel sein Urteil positiv aus: „Wir haben ein deutlich besseres Spiel gemacht als noch vor einer Woche in Hamburg. Die Trainingsinhalte haben wir sehr gut umgesetzt, viel die eigene Mitte gesucht und unsere Außen so entlastet. Satz eins war dominant. Aber auch Satz zwei haben wir am Ende sehr erwachsen zu Ende gespielt. In Satz drei klappt dann fast alles. Mich freut vor allem, dass wir ohne Qualitätsverlust wechseln konnten. Kyli und Niclas haben es mit ihren 18 Jahren sehr stark nach Hause gespielt. Jetzt gilt die Vorbereitung dem Kölner Team. Dort wollen wir in der Spur bleiben und die nächsten drei Punkte einfahren.“