Kampf und Emotionen – Ein Derby eben

11. März 2019

Mäßig gestartet und dann stark aufgeholt

… So kann man den ersten Satz gegen die starken Moerser zusammenfassen. Zunächst waren die Hausherren zu sehr damit beschäftigt, die eigene Annahme präzise ans Netz und die Angriffe ins Feld der Gäste zu bringen (4:9, 11:16). Der Satz schien gelaufen. Zwei Einwechslungen zum Aufschlag (Thomas Wojtczak für David Wiesche bei 15:19; Lukas Hußmann für Tim Hütte bei 24:23) und ein Ass von Niko Meyer zum Ausgleich (22:22) später feierten die Humänner den Satzsieg bei 25:23. Bei Moers häuften sich in der Crunchtime zu viele Eigenfehler und der VVH nutzte mit lautstarker Unterstützung seiner Anhänger die zwei kurzen Schwächephasen des Gegners eiskalt aus.

Moers unter Zugzwang

Auf Augenhöhe setzte sich die Partie fort. Mit Köpfchen und notfalls auch mit dem Fuß – wie Tim Hütte zum 3:2 im zweiten Durchgang – verbuchten die VVHler Punkt um Punkt für sich und überzeugten mit variablem Aufschlagspiel. Unnötig spannend gestaltete sich das Satzende. Den Satzball (23:18) gegen sich vor Augen gleichten die Gäste aus. Die Humänner behielten jedoch im letzten Moment die Nerven und sicherten sich die 2:0-Satzführung.

Kampflos gab sich der Moerser SC auch im folgenden Durchgang nicht geschlagen und drehte im dritten Satz noch einmal auf, nachdem der VVH durch zwei Hammeraufschläge von MVP Joris Köfler mit 9:8 in Führung gegangen war. Nach zwei umstrittenen Entscheidungen verloren die Humänner den berühmten Roten Faden. Der Ball fand nicht mehr den Weg ins gegnerische Feld und Moers nutzte die Gelegenheit, um den Satz mit 17:25 für sich zu entscheiden. Gen Satzende gönnte VVH-Trainer Jens Bräkling seinem einzigen Diagonalangreifer an diesem Abend Jan Holthausen eine Auszeit und agierte mit zwei Zuspielern auf dem Feld – Brar Ketelsen umfunktioniert auf der Angriffsposition.

Derbysieg oder Satzausgleich?

Der letzte Durchgang war ein Spiegelbild aus der Summe des ersten und zweiten. Klingt komisch, ist aber so. Nach frühem Rückstand folgt zur Satzmitte mit acht Netzüberquerungen der wohlmöglich entscheidende Punkt zum 14:13 für den VVH. Die Halle tobte und die Humänner nutzten den Moment, um sich bis auf 19:15 abzusetzen. Bei 23:20 hieß es: Deckel draufmachen. Was sich einfach anhört, gestaltete sich im Endeffekt enorm spannend. Die VVH-Annahme strauchelte, sodass es schließlich an Holthausen war, Verantwortung zu übernehmen und den Matchball zu verwandeln (25:23).

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