VV Humann will Favoriten Lindow und Berlin ärgern

24. November 2017

VV Humann ist auf Platz sechs abgerutscht. Von dort aus wollen die Essener in der Wolfskuhle die Favoriten Lindow und Berlin ärgern.

Lukas Hußmann und Volleyball beim VV Humann bilden eine Einheit. Der 25-Jährige erlernte das Volleyballspiel – wie viele – auf dem Humann-Gymnasium, durchlief die Jugendmannschaften des Vereins und schaffte dann den Sprung in das erste Herrenteam. Seit vier Jahren ist er Kapitän des Zweitligisten, der einen super Saisonstart erwischte und zeitweise sogar die Tabelle anführte. „Dass wir mit den anderen mithalten können, wusste ich“, erzählt der Annahmespieler. Gewöhnlich sei es aber immer so gewesen, dass der VV Humann am Ende der Saison eine Serie hingelegt hätte.

Volleyball ist Lukas Hußmann und seinem zweieinhalb Jahre jüngeren Bruder Laurin, der auch in der ersten Mannschaft spielt, in die Wiege gelegt. Eltern, Onkel, Tanten – alle betrieben den Sport, der durch die Olympischen Spiele in München 1972 richtig bekannt wurde. Dass Lukas Hußmann es mal bis in die 2. Liga schaffen würde, zeichnete sich nicht gleich ab. „Ich war lange extrem klein“, sagt der 25-Jährige, der die halbe Woche als Kaufmann im Gesundheitswesen arbeitet und in der anderen Hälfte BWL studiert. Dass mit der Größe hat sich erledigt. In seinem Pass sind 1,90 Meter eingetragen. „Ich habe aber nicht die größte Angriffspower und steuere auch nicht die meisten Punkte bei“, erklärt Lukas Hußmann, „aber ich helfe der Mannschaft mental weiter“. Und darin sieht er auch seine Aufgabe als Kapitän. „Es braucht ab und zu jemanden, der das Ganze zusammenhält.“ Soll heißen: Wenn das Team zuviel Gas gibt, tritt er auf die Bremse. Und wenn es zu langsam agiert, tritt er aufs Gaspedal.

Und es lief – wie erwähnt – in der Startphase der Saison wie am Schnürchen. Die ungewohnte Spitzenposition habe dann aber doch den einen oder anderen eher gehemmt als motiviert. „Wir konnten die Leistung nicht mehr so aufs Parkett bringen“, sagt Hußmann. Im Pokal und in der Meisterschaft gab es eine Niederlage. VV Humann rutschte auf Platz sechs ab. „Wir haben aber weniger Spiele als die anderen.“ Und außerdem sei diese Platzierung vielleicht gar nicht so schlecht, um an diesem Wochenende wieder anzugreifen. Am Samstag (19.30 Uhr) geht es in der Wolfskuhle gegen den Tabellendritten SV Lindow, am Sonntag (18 Uhr) gegen Spitzenreiter VCO Berlin. Letzterer ist identisch mit der Jugend-Nationalmannschaft.

Mit einem kurzen Training werden die Humänner am Samstagmorgen „anschwitzen“ und sich dann gegen die Favoriten ins Zeug. „Ich hoffe die Halle wird zweimal richtig voll. Mit den Zuschauern im Rücken können wir noch eine Schüppe drauf legen“, sagt Lukas Hußmann, wohl wissend, dass da zwei dicke Brocken auf ihn und seine Mitspieler zukommen.

Die Vorfreude auf die beiden Punktspiele lässt er sich dadurch auf jeden Fall nicht verderben. Warum auch, lautet die Vereinsphilosophie des VV Humann doch seit jeher, dass bei allem auch der Spaß am Sport nicht zu kurz kommen darf. Das gilt für die Jugendteams, aber auch für die 2. Liga. „Bei uns spielen nur Jungs, die richtig Bock auf Volleyball haben. Viele kommen aus der eigenen Jugend.“

Sie haben richtig Bock auf Volleyball. Und an diesem Wochenende haben sie zusätzlich richtig Bock auf den SV Lindow und den VCO Berlin.

waz.de
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