VV Humanns Saisonpremiere in der Wolfskuhle fällt aus

20. September 2018

Der Hallenboden muss erneut ausgebessert werden. Reparatur wird nicht rechtzeitig zum Spieltag fertig. Drei Essener Bundesligisten heimatlos.

Die Volleyballer des VV Humann waren heiß auf die Heimpremiere am kommenden Samstag, schließlich hat sich kein Geringerer angesagt als der Zweitliga-Meister CV Mitteldeutschland. Und nach dem souveränen 3:0-Auftaktsieg gegen USC Braunschweig wollte es das Team von Trainer Jens Bräkling vor eigenem Publikum richtig krachen lassen. Doch die Vorfreude wurde zu Wochenbeginn jäh erstickt. Der Hallenboden in der Wolfskuhle hat Risse, sackt an manchen Stelle ab. An Sport ist nicht zu denken.

Dass die Sporthalle in der Wolfskuhle in die Jahre gekommen ist und nicht mehr den modernen Ansprüchen eines Bundesligisten genügt, damit müssen sich die Humänner wohl oder übel arrangieren. Doch mittlerweile scheint der Hallenboden so marode zu sein, dass der VVH um die Existenz schon fast bangen muss. Allein vier weitere Senioren-Mannschaften (drei in der Oberliga, eine in der Regionalliga) sollten am Wochenende dort aufschlagen und müssen wohl passen, weil es in dieser Stadt keine Hallenkapazitäten mehr gibt.

„Man hat uns gesagt, dass der Schreiner am Donnerstag mit der Reparatur fertig sein wird, der Bodenleger aber erst am Montag kommen kann“, sagt Jens Bräkling auf Anfrage dieser Zeitung. Damit hat sich das Thema Heimpremiere erledigt. „Sollte uns kurzfristig noch eine Alternative angeboten werden, wüsste ich nicht, wie wir das alles noch organisieren sollen. Den Umzug könnten wir nicht mehr stemmen“, so Bräkling. Da Humann den Schaden rechtzeitig angezeigt hat, wird es nicht zu einem Punktabzug kommen. Allerdings benötigt der Verein noch eine offizielle Stellungnahme der Stadt.

Am vergangenen Dienstag hatte der Vorstand des VV Humann einen Brandbrief an OB Thomas Kufen geschickt, in dem der Verein seinen Unmut über mangelnde Kommunikation und, wie es scheint, fehlende Bereitschaft der Stadt, solche Probleme zügig und vorausschauend anzugehen, äußert. Wie schon im Sanierungsfall am Hallo, von dem die Tusem-Handballer und ETB Baskets betroffen sind, mangelt es an manchen Stelle in der Verwaltung anscheinend am Bewusstsein, welchen Zwängen ein hochklassiger Sportverein gegenüber den Verbänden unterliegt.

„Vor mehr als 12 Monaten haben wir uns bereits an Sie in Bezug auf unsere Wettkampfhalle „Wolfskuhle“ gewandt. Bis zum heutigen Tag sind Sie uns eine Antwort auf die Frage der Mangelbehebung schuldig geblieben“, heißt es in dem Brief. Der Hallenboden, der schon Anfang der Sommerferien repariert werden musste, sei nur „stümperhaft geflickt“ worden. Immer wieder könnten neue Schäden auftreten, befürchten die Volleyballer. Auch wenn die zuständige Immobilienwirtschaft zumindest mündlich versichert hat, dass der Spielbetrieb für die Saison 2018/19 nicht gefährdet sei. Ein Gutachten soll in diesem Monat erstellt werden.

Auf der Liste der Sporthallen, die instand gesetzt werden müssten, sei die Wolfskuhle nicht berücksichtigt worden. „Stattdessen wurden wiederholt kleinste Abschnitte des Hallenbodens modernisiert.“

Tusem Essen, ETB Baskets, VV Humann – diese Bundesligisten in dieser Stadt sind aktuell heimatlos. Aber auch den Handballern der SG Überruhr drohen schwere Zeiten. Die Halle an der Klapperstraße ist dicht und soll für drei Monate für den Ballsport gesperrt bleiben. Eine Woche vor Schulbeginn wurde sie geschlossen, das Dach anschließend repariert. Ein Gutachten zur Sicherheit steht aber noch aus. „Warum das aber so lange dauern soll“, sagt SGÜ-Vorstandsmitglied Frank Schirmacher und schüttelt den Kopf, „das wissen wird auch nicht. Und es sagt uns auch keiner.“

waz.de
https://www.waz.de/sport/lokalsport/essen/vv-humanns-saisonpremiere-in-der-wolfskuhle-faellt-aus-id215371229.html

VVH Social Media